Saisonkalender – Heimisches Obst und Gemüse

April, April, der macht was er will..

Jetzt ist endlich Frühling, auch wenn es draußen noch nicht so aussieht, es ist länger hell draußen und wenn die Sonne scheint, dann spürt man, dass sie mehr Kraft hat als noch vor ein paar Wochen. Diesen Monat tut sich noch nicht so viel in Sachen Gemüseernte in Deutschland, aber hier und da fängt laaaaangsam der Spargelverkauf an und auch im Salatregal gibt es wieder mehr Auswahl. 

Neu im regionalen Sortiment ist aber auf jeden Fall der Rhabarber, oft als Obst verwendet, gehört es aber zu den Gemüsen genauer gesagt zu den Knöterichgewächsen :)

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Rhabarber hat viele tolle Eigenschaften und enthält sehr wenig Kalorien (14kcal/100g). Sein Ruf eilt ihm aber oft voraus und er gilt als giftig, was steckt dahinter?

Giftig soll die enthaltene Oxalsäure wirken, diese ist vor allem in den Blättern des Rhabarbers enthalten, diese sollten also auf keinen Fall gegessen werden. In den Rhabarberstangen ist die Oxalsäure jedoch nur in kleinen Mengen enthalten. Die Menge der Oxalsäure steigt mit der Reife des Rhabarbers. Nach der typischen Erntezeit also nach Ende Juni sollte dieser also nicht mehr geerntet werden. Die Oxalsäure kann Knochen und Zähne angreifen, indem sie Kalzium bindet. Dadurch kann es auch zu Blasen oder Nierensteinen kommen.Um diesen Effekt zu vermindern, kann Rhabarber mit Milch oder Milchprodukten verzehrt werden, dabei wird die Oxalsäure mit dem enthaltenen Kalzium neutralisiert. Menschen mit Vorerkrankungen wie Arthritis, Rheuma, Gicht oder Neigung zu Nierensteinen sollten Rhabarber besser meiden. Auch kleinen Kindern und Schwangeren wird von Rhabarber abgeraten.

Isst man Rhabarber in Maßen oder entsprechend zubereitet liefert er uns viele Mineralstoffe wie Eisen und Phosphor und Vitamine. Sein hoher Gehalt an Vitamin C unterstützt das Immunsystem und kann somit Erkältungskrankheiten vorbeugen. Das enthaltende Kalium fördert den Nähstofftransport im Körper und hat eine entwässernde Wirkung. Der hohe Ballaststoffgehalt und Natriumgehalt fördern die Verdauung. Rhabarber gilt ausserdem als blutreinigende Substanz und wird als Entschlackungsmittel eingesetzt. Besonders in Form von Kompott kann es den Darm und die Leber schonend reinigen. 

Was ist bei der Zubereitung und Lagerung von Rhabarber zu beachten?

Wichtig ist die Qualität des Rhabarbers. Er sollte frisch und reif sein – Die Stangen sollten fest sein und leicht glänzen, der Schnittrand fühlt sich bei frischem Rhabarber feucht an. Sind die Stangen wellig oder noch komplett grün, ist der Rhabarber noch nicht reif. Frisch gehalten wird er im Kühlschrank oder im Gefrierfach, da bleibt er noch Tage lang schön knackig. Vor der Zubereitung sollten alle Blätter entfernt und die Rhabarberstangen gewaschen werden. Sind die Stangen sehr dick und faserig, sollte man sie sogar schälen, um den Oxalsäuregehalt zu mindern. Auch grüne Stücke sollten abgeschnitten werden. Nun wird der Rhabarber am besten gekocht, auch dabei verliert er noch etwas Oxalsäure. Wichtig ist, den Rhabarber nicht mit anderen Metallen wie z.B. Aluminium in Kontakt zu bringen – Verbindungen die dabei entstehen sind giftig. Roh sollte Rhabarber nur in kleinen Mengen gegessen werden.

Wie wird Rhabarber verwendet?

Oft wird er zu Süßspeisen gereicht, meist als Kompott eignet er sich super zu Eis, Joghurt, Quarkspeisen oder Grießbrei. Ein leckerer Rhabarberkuchen oder Krumple aus dem Ofen ist auch eine tolle Variante. Auch eingekocht als Marmelade schmeckt Rhabarber super. In den letzten Jahren gibt es auch immer mehr Rhabarber Saft zu kaufen, im Sommer als Schorle mit Minze schmeckt es so erfrischend. Es gibt noch soooo viele Möglichkeiten Rhabarber zu verwenden, probiert es aus!

Im nächsten Monat dreht sich dann alles um den Spargel, ich kann es kaum erwarten endlich wieder frischen Spargel zu essen!

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