Saisonkalender – Heimisches Obst und Gemüse

Iss saisonal und regional! – Ein Leitsatz des Clean Eating

…aber was habe ich davon?

Das Angebot im Supermarkt ist groß. Dass das geliebte Gemüse oder Obst nicht immer verfügbar ist, kennen wir gar nicht mehr. Bananen können wir das ganze Jahr über frisch kaufen, auch wenn sie in Deutschland gar nicht angebaut werden. Auch Wassermelonen an Weihnachten – kein Problem. Doch nicht nur tropische Früchte, auch heimische Gemüsesorten wie Tomaten, Blattsalat, Pilze oder viele andere haben wir täglich auf dem Teller. Zwar finden wir sie das ganze Jahr über im Supermarkt, aber nur eine kurze Zeit im Jahr kommen die Produkte auch aus Deutschland. An den Preise merken wir das kaum, der Unterschied ist nicht groß, aber was ist mit der Qualität?

Slide1

Eine wichtige Grundlage des Clean Eating ist es saisonal und regional zu essen. Doch was bietet es uns für Vorteile?

  • Intensiverer Geschmack: Kann das Gemüse unter Sonnenlicht an frischer Luft wachsen, kann es sein Aroma voll entfalten. Der Geschmack ist während der natürlichen Erntezeiten von Obst und Gemüse am intensivsten. Geerntet wird erst, wenn das Produkt völlig ausgereift ist. Importierte Ware wird häufig zu früh geerntet und reift während des Transportes nach. Halb grüne Tomaten sind keine Seltenheit.
  • Vermehrter Nährstoff- und Vitamingehalt: Während des Wachstums und der Reifezeit werden Nährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe gebildet. Heimisches Obst und Gemüse kann vollständig ausreifen und hat somit eine höhere Nährstoffdichte, als importierte Ware.
  • Geringere Schadstoffmenge: Während der Saison hat das Gemüse die besten natürlichen Bedingungen, um zu wachsen. Der Bedarf an Pesitiziden und Chemikalien ist deutlich geringer. Auch der Nitratgehalt ist weniger, wenn Pflanzen im Freiland wachsen, da das Sonnenlicht Nitrat abbaut.
  • Bessere Ökobilanz und Umweltschutz: Weite Transportwege, beheizte Gewächshäuser, künstliche Lichtquellen, langwierige Lagerung und Abdeckmaterialien kosten jede Menge Energie und Geld. Das kaufen von heimischem Obst und Gemüse, am besten Freiland-Ware, hilft Energie zu sparen und schont die Umwelt.
  • Günstigerer Preis für mehr Qualität: Hat das Gemüse gerade Saison, kann es kostengünstig angebaut werden und somit auch günstiger verkauft werden. Kurze Wege und geringe Lagerkosten, sowie wenige Mittelsmänner ermöglichen kleinere Preise. Weniger Geld, das an den Zwischenhändler geht ermöglichen dem Produzenten das Geld in Qualität zu investieren und uns mehr Qualität für einen geringeren Preis zu erhalten.
  • Ökonomie: Das Geld unseres Einkaufes im Supermarkt landet fast ausschließlich in der Kasse großer ausländischer Konzerne. Unser Geld verschwindet somit aus unserer Region. Kaufen wir allerdings regional, bleibt das Geld in unserer Region und wir fördern damit weiteren regionalen Anbau. Wir unterstützen damit nicht nur den Erzeuger selbst, sondern die gesamte Region. 
  • Soziales und Kulturelles: Regionales Einkaufen ermöglicht uns Kontakt mit den Erzeugern direkt aufzunehmen. Zu verstehen, wo die Ware herkommt, wie sie produziert oder angebaut wird. Es kann ein direkter Austausch stattfinden, nachgefragt werden und auf besondere Bedürfnisse oder Wünsche eingegangen werden. Dieser persönliche Kontakt kann die gegenseitige Wertschätzung steigern. Merkt der Käufer, wie viel Arbeit hinter dem Anbau der Ware steckt kann er möglicherweise sogar dazu ermutigt werden mehr auf seine Lebensmittel und seine Gesundheit zu achten und sich besser zu ernähren.

Nur noch Kohl und Äpfel, ist das nicht eintönig?

Zwar heißt regionale Ernährung auch sich in gewissem Maße einzuschränken, ein Vielfaltsverlust ist es jedoch nicht. Zu jeder Jahreszeit gibt es verschiedene frische Produkte, die regional angebaut werden oder als Lagerware erhältlich sind. Je nach Saison landen andere Obst- und Gemüsesorten im Einkaufswagen. Vielmehr heißt es nun kreativ sein und die zur Verfügung stehenden Zutaten in unterschiedliche Mahlzeiten verarbeiten. Statt zu jedem Zeitpunkt den gewohnten grünen Salat mit Tomaten zu essen, egal wie intensiv ihr Geschmack ist, werden frische, reife Produkte verwendet. Es bringt uns dazu mal was neues ausprobieren.

Heißt das jetzt als Finger weg von Importware?

Ernährung sollte niemals zum Zwang werden. Genau wie ich beim Clean Eating die 80/20 Regel verfolge, denke ich auch hier Ausnahmen sind erlaubt. Vielmehr geht es darum, welche von meinen geliebten Lebensmittel kann ich durch regionale Produkte ersetzen? Nur weil keine Bananen oder Kokosnüsse hier angebaut werden, heißt das für mich nicht, dass ich diese nicht kaufe und esse. Doch werden die Produkte auch in der Region produziert und haben gerade nur keine Saison, kann alternativ auch auf andere Waren zurückgegriffen werden. Gibt es gerade keine Tomaten aus Deutschland, dann gibt es eben nicht jeden Tag Tomatensalat. Habe ich aber große Lust darauf, kann es eine Ausnahme bleiben. Steht jedoch die Kuhmilch vom Bauern aus dem Dorf neben der in Polen produzierten Milch, ist klar wo ich zugreifen sollte. Ich denke ein Anfang ist es, sich erst einmal bewusst zu machen, was Importware für Auswirkungen auf unser regionales Angebot haben kann, was die Kosten für Transport und Lagerung sind, dass die Umwelt belastet wird. Danach kann man Schrittweise versuchen sich bei Produkten für die regionale Variante zu entscheiden und dann anfangen auch mehr saisonal zu kaufen und so seine gewohnte Ernährungsweise Schritt für Schritt ändern.

Damit das gelingt, gibt es jetzt jeden Monat einen Saisonkalender mit den hier zu Lande aktuell frischen Gemüse und Obstsorten.

cropped-Satt-geküsst-copy.jpg

Kommentar verfassen